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Cena - Die Hauptmahlzeit im alten Rom

Cena - Die Hauptmahlzeit im alten Rom
(Quelle: © shutterstock.com)

Die Römer hatten für ihre damaligen Verhältnisse ein Leben, das reich an Kultur, Vergnügungen und neuen Errungenschaften war. Das gemeinsame Speisen war ein wichtiger Bestandteil des sozialen Lebens und nahm einen hohen Stellenwert im Alltag der Römer ein. Von den drei eingenommen Mahlzeiten war die sogenannte Cena die Hauptmahlzeit. Spannende Fakten rund um die Cena, z.B. wann sie eingenommen wurde und was für Speisen es dabei gab, erfahren Sie hier.



Die Mahlzeiten der Römer


Es war im alten Rom üblich, dreimal täglich zu speisen. Dabei unterschieden sich die Speisen, je nach der Stellung der Römer, der sie einnahm. Die Arbeiterschicht und einfachen Leute aßen simple und karge Mahlzeiten, wogegen die wohlhabende Klasse oft ausgiebigen Gelagen frönte. Die Speisen der herrschenden Klasse waren meist teurer und exklusiver. Sie tranken oft teuren Wein und probierten gerne neue, exotische Gerichte aus. Die meisten Häuser beschäftigten Köche und anderes Personal, die das Essen für sie und Gäste zubereitete.


Morgens, wenn die Sonne aufging, gab es das Frühstück, das sogenannte lentaculum. Dabei war das Fladenbrot der Hauptbestandteil. Dieses Gebäck bestand meistens aus Dinkelmehl, sodass Dinkelfladen den nährenden Anteil am Frühstück ausmachten. Die ärmeren Römer aßen die Fladen meistens nur mit etwas Salz gewürzt und tranken Milch oder Wasser dazu. In den wohlhabenderen Häusern war meist ebenfalls der Dinkelfladen der wichtigste Part des Essens, wobei es hier noch allerlei Zusätze gab. Honig, Obst, Eier und Milchprodukte wie Quark, wurden zum Frühstück verzehrt und sorgten schon morgens für eine reichliche Mahlzeit. Die wichtigste Intention des lentaculum war es, die Römer satt zu machen und sie, in den meisten Fällen, für einen arbeitsreichen Tag zu stärken.


Zur Mittagszeit gab es das prandium. Bei diesem handelte es sich um eine Art kleine Zwischenmahlzeit. Es war etwas reichhaltiger als das Frühstück, aber fiel simpler aus als die Hauptmahlzeit Cena. Zum prandium war es üblich, überwiegend kalte Speisen zu verzehren. So gab es Feigen, Datteln, Brot, Nüsse, Käse und Pilze. War noch etwas vom Vortag übrige geblieben, wurde es meist spätestens zum prandium verzehrt, da abends frisch gekocht wurde. Auch beim prandium wurden Fladen oder Dinkelbrei, der sogenannte puls gereicht. Es wurde viel Wein getrunken, der mit Honig versetzt wurde. Er hieß mulsum und war in allen sozialen Schichten äußerst beliebt. Obwohl die wohlhabende Schicht sich oft teuer Nahrungsmittel leistete und manchmal sogar Essen wegwarf, gab es keinen Nahrungsüberschuss in Rom. Die ärmeren Römer mussten sich meist mit den Grundnahrungsmitteln begnügen und waren froh, wenn sie satt wurden.




(Quelle: © SWR Planet Schule)


Die cena – die wichtigste Mahlzeit des Tages


Die cena begann, für unsere Verhältnisse, sehr früh. Bereits ab 14 oder 15 Uhr am Nachmittag begann man, die Hauptmahlzeit einzunehmen. Dieser Umstand mag merkwürdig erscheinen, doch die cena war nicht nur eine Mahlzeit, sondern ein kulturelles und soziales Ereignis. Bis zur cena sollten alle Aufgaben des Tages erledigt sein und der Römer konnte sich nun ganz den Freuden des Lebens zuwenden. Es wurden vielfältige Speisen zubereitet, Freunde eingeladen und sich dem ausgiebigen Mahl gewidmet.


Die cena wurde meist auf Speisesofas, den sogenannten lectus triclinaris eingenommen. So war es im alten Rom kein ungewöhnlicher Anblick, wenn eine Runde befreundeter Familien das Mahl im Liegen einnahm. In den gehobenen Häusern gab es meist eine Dienerschaft, die für das leibliche Wohl der Familie und deren Gästen zuständig war. Sie brachten das Essen und füllten die Getränke nach. Oft wurden Sänger oder Künstler eingeladen, die mit Musik und vorgetragenen Texten die Anwesenden unterhalten sollten. Auch hier unterscheidet sich das Ausmaß der cena, je nach gesellschaftlicher Stellung und finanziellen Mitteln. Die meisten Römer, die aus der Mittelschicht oder einer noch ärmeren Klasse stammen, hatten eine bescheidenere cena als die oberen Schichten. Doch auch bei ihnen war die cena die Hauptmahlzeit und meist das wichtigste Ereignis des Tages.


Der Hauptbestandteil der cena war der Getreidebrei der Römer, der puls. Er bestand aus Dinkel, Wasser, Salz und Fett. Konnte man es sich leisten, aß man dazu Eier, Honig, Gemüse und getrocknetes und frisches Obst. Ab und an gab es Fisch und zu besonderen Anlässen Fleisch. Beim Fleisch handelte es sich meist um Schinken, Schweinekopf oder Pökelfleisch, das wegen seiner langen Haltbarkeit sehr beliebt war. Fisch und Fleisch war meist den wohlhabenden Römern vorbehalten. Die Mehrheit der Bevölkerung konnte sich solche Extravaganzen nicht leisten und ernährte sich größtenteils vegetarisch.


Hatte ein wohlhabendes Haus den Anspruch, die cena pompös auszurichten, gab es meist drei Gänge. Diese drei Gänge bestanden jeweils aus mehreren Gerichten. Der erste Gang gustum kam einer Vorspeise gleich und es gab rohes und gekochtes Gemüse, Eierspeisen, und in seltenen Fällen Austern und Muscheln. Die mensae primae war der Hauptgang und bestand aus Fisch, Geflügel und Schweine-oder Rindfleisch. Den Abschluss der cena bildete die mensae secundae, die Nachspeise. Bei der Nachspeise handelte es sich meist um Obst, süßes Gebäck oder andere süßliche Gerichte. Als Getränk wurden stets verschiedene Weine gereicht.


Die cena konnte sich zu einem wahren Gelage ausweiten, bei dem der Lebenslust genüge getan wurde. Die Römer diskutierten stundenlang aktuelle Themen, philosophierten, genossen den Wein und das Essen und widmeten sich der gegenseitigen Unterhaltung. Die cena war also nicht nur eine Mahlzeit, sondern ein relevantes, gesellschaftliches Ereignis im alten Rom.


(Quelle: © Aargauer Zeitung / Schweiz)




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Lisa Machatschek
Neben meinem Studium mit dem Schwerpunkt Kommunikation, arbeite ich gerne in allerlei redaktionellen Bereichen. Nach der freischaffenden Tätigkeit bei einer lokalen Zeitung, bin ich seit diesem Jahr im Ratgeber-Bereich von kingnetz.de tätig. Mich begeistert das Schreiben und die vielfältigen Themen, in denen Wissen vermittelt werden kann.
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